Gute Polsterarbeit fällt nicht auf. Sie wirkt selbstverständlich, als hätte das Möbel schon immer so ausgesehen. Erst wer weiss, worauf zu achten ist, erkennt den Unterschied zwischen einem sauber gearbeiteten Stück und einer schnellen Lösung. Ein paar Merkmale helfen dabei.
Die Naht verrät die Sorgfalt
Nähte sind die besten Prüfsteine einer Polsterarbeit. Sie sollten gerade verlaufen, gleichmässig abgesteppt sein und an Ecken sauber zusammenlaufen. Bei gemusterten Stoffen zeigt sich das können daran, ob der Rapport stimmt. Das Muster läuft über Nähte hinweg weiter, statt an der Kante zu brechen. Diese Ausrichtung kostet mehr Stoff und mehr Zeit, und genau das ist ihr Wert.
Der Bezug sitzt spannungsfrei
Ein guter Bezug ist glatt gezogen, ohne Falten, ohne Beulen, ohne Stellen, an denen der Stoff wirft. Rundungen sind weich ausgeformt, Kanten bleiben klar. Wo der Stoff über eine Armlehne läuft, zeigt sich, ob jemand die Form verstanden hat oder nur Material drübergelegt hat.
Was man nicht sieht, entscheidet mit
Die eigentliche Qualität liegt unter der Oberfläche. Gurtung, Federung und Schaumaufbau bestimmen, wie ein Möbel über Jahre sitzt. Ein Polster, das gleichmässig trägt und nicht schon nach einem Jahr an einer Stelle nachgibt, ist das Ergebnis des richtigen Aufbaus und der richtigen Materialwahl, nicht des schönsten Stoffs. Deshalb lohnt es sich, bei einer Neupolsterung nicht nur nach dem Bezug zu fragen, sondern auch danach, was darunter erneuert wird.
Material, das zur Nutzung passt
Handwerkliche Qualität zeigt sich auch in der Materialberatung. Ein Stoff, der zum Raum passt, aber der täglichen Nutzung nicht standhält, ist keine gute Wahl, so schön er auch ist. Also echte Wolle ist unpassend in einer Schule als Sitzbank Bezugsstoff. Wer sauber arbeitet, denkt an Scheuerbeständigkeit, Lichtechtheit und Pflege von Anfang an mit und sagt auch, wenn ein Wunschmaterial für den geplanten Einsatz nicht geeignet ist.
Warum das eine Frage der Herkunft ist
Bei 3inDesign entstehen Polsterarbeiten im eigenen Atelier in Schleitheim, von Hand und Stück für Stück. Irina Corrodi ist gelernte Innendekorateurin EFZ und beurteilt jedes Möbel zuerst auf seine Substanz, bevor überhaupt über Stoff gesprochen wird. Denn ein gutes Ergebnis beginnt nicht bei der Farbe, sondern bei der Frage, ob sich die Arbeit lohnt und wie sie richtig gemacht wird.